PRESSEMELDUNG: Schnittstelle5 kartiert Alt- und Neustadt: Rund 130 Leerstände erfasst!

Schnittstelle5 kartiert Alt- und Neustadt: Rund 130 Leerstände erfasst

 Die Schnittstelle5 – Raum für Stadtentwicklung und urbane Projekte e.V. hat in der Mainzer Alt- und Neustadt alle sichtbaren Gebäudeleerstände erfasst und kartiert – das Ergebnis: rund 130 Leerstände mitten in der StadtScreenshot Leerstandsmelder Mainz

„Die Kartierung zeigt: Wir brauchen ein Leerstandsmanagement in Mainz! Eine solche Menge an ungenutztem Raum können wir uns in einer Stadt mit extrem hohem Raumdruck und hohen Mietpreisen nicht leisten. Mit der Leerstandskartierung gibt es erstmals einen flächendeckenden Überblick über die innerstädtischen Leerstände in Mainz. Wir betrachten es als absolut notwendig, dass die Stadt hier anknüpft. Mainz braucht ein umfassendes Leerstandskataster, damit leere Flächen in Zukunft sinnvoll genutzt werden können – in etwa durch Vereine, die freie Kunst- und Kulturszene, aber auch von Start Ups in ihrer Startphase“, so Schnittstelle5.

Für die Kartierung wurden innerhalb von zwei Wochen alle Straßen der Stadtteile Altstadt und Neustadt abgelaufen und alle sichtbaren leerstehenden Gewerbeflächen sowie Büro- und Wohnungsleerstände in eine Datenbank aufgenommen. Die Leerstände wurden fotografisch erfasst, in einer Kartengrundlage markiert sowie in ein eigens dafür angelegtes Leerstandskataster eingetragen. Alle erfassten Leerstände sind unter www.leerstandsmelder.de/mainz einzusehen.

Ein erhöhtes Aufkommen von leerstehenden Ladengeschäften zeigt sich unter anderem in hoch frequentierten Straßen wie der Großen Langgasse in der Altstadt, sowie der Boppstraße und dem Kaiser-Wilhelm-Ring in der Neustadt. Viele Wohngebäude und Gewerbeflächen stehen schon über lange Zeiträume leer.

„Gerade mit Blick auf die Raumsuche von Kulturschaffenden ist eine Leerstandsübersicht wichtig. Außerdem zeigt sie Kommunen, wo innerstädtische Leerstände vorhanden sind, die umgenutzt werden können. Das ist auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit wichtig: Wir sollten lieber die bestehenden bebauten Flächen umnutzen, anstatt außerhalb der Städte neue Flächen zu erschließen. Ein Leerstandskataster ist wichtig, um planen zu können und so Leerstände zu vermeiden oder umzunutzen“, so Schnittstelle5.

Auch hinsichtlich des Bedarfs an Flüchtlingsunterkünften könnte ein Leerstandskataster ein gutes Instrument sein, um vorhandenen aber nicht genutzten Wohnraum wieder zugänglich zu machen.

Die von der Schnittstelle5 erhobene Kartierung ist als Momentaufnahme zu verstehen. Die Angaben sind ohne Gewähr. Eine Übersicht aller Leerstände finden Sie im Leerstandsmelder für Mainz hier: http://www.leerstandsmelder.de/mainz

Zum Download der Pressemeldung als PDF geht es hier entlang

Pressekontakt
Nicola Diehl,
info@schnittstelle5.de

Schnittstelle5 gewinnt Brückenpreis 2014

Wir haben den Brückenpreis 2014 gewonnen! Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat uns die Auszeichnung in der Kategorie „Strukturen und Modelle der Engagementförderung vor Ort“ für unser Projekt „Zwischennutzung statt Leerstand“ in der Staatskanzlei in Mainz überreicht. Tolle Wertschätzung unserer Arbeit und schöner Ansporn, um weiter zu machen und Mainzer Leerstände mit Kunst, Kultur, sozialen Projekten zu beleben.

Bild: Gregor Arnold, Kulturdezernentin Marianne Grosse, Oliver Konter, Jakob Brauchle, Bastian Knobloch, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Cornelia Günauer, Nicola Diehl (v.l.). Es fehlen Benjamin Kashlan, Arne Stei, Franziska Mamitzsch.

Die Pressemeldung der Staatskanzlei findet ihr hier!

Konferenz „Strategien zur Öffnung und Nutzung von Leerständen“ // Start von LEERSTANDSMELDER Mainz

LM_LogoDer LEERSTANDSMELDER Mainz hat seine Arbeit aufgenommen! Im Rahmen dessen veranstaltete die Schnittstelle5 in Kooperation mit dem LEERSTANDSMELDER und dem Geographischen Institut Mainz  die Konferenz „Strategien zur Öffnung und Nutzung von Leerständen“ (SA 25.10.2014 ab 14:00 Uhr // Ehem. Allianz-Haus, Mainz)

 

Privatisierungsprozesse von öffentlichen Räumen und Immobilien sind typische Prozesse neoliberaler Stadtentwicklung und führen zu steigenden Mieten, zu sozialer Spaltung, zu Verdrängung sowie zu sinkender Teilhabe und Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger an städtischem Raum. Gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen eine neue Lust am städtischen Leben und drängen zurück in die Innenstädte, sodass in den zentralen Lagen der Raummangel weiter zunimmt.

Diesen Entwicklungen stellen sich seit einigen Jahren deutschlandweit Initiativen und städtische Kollektive entgegen, die ihren Fokus auf innerstädtische Immobilienleerstände und Brachflächen legen und damit auf die paradoxe Situation von zunehmendem Raumdruck und steigenden Kosten gegenüber ungenutzten freien Flächen und Räumen aufmerksam machen. Mit neuen Strategien und Aneignungsprozessen versuchen diese Initiativen sich teils durch Kooperation mit den städtischen Verwaltungen und teils durch kreativen Protest neue Möglichkeitsräume an zu eignen.

Die in Mainz stattfindende Konferenz „Strategien zur Öffnung und Nutzung von Leerständen“ (SA, 25.10.2014, ab 14 Uhr) brachte Initiativen und Menschen aus Städten wie Hamburg, Frankfurt und Wien sowie aus Kaiserslautern, Stuttgart und Mainz zusammen. Gemeinsam sprachen die in einen Mainzer Leerstand eingeladenen Initiativen über die jeweilige vorliegende Raumproblematik und über ihre eigenen Herangehensweisen, den Umgang und die Erfahrungen mit innerstädtischen Leerständen. Die Beiträge reichten von Sichtweisen pragmatischer, unpolitischer Zwischennutzungen über Kooperationen mit Immobilienbesitzern und anderen städtischen Akteuren bis hin zu strategischen Bündnissen der Recht auf Stadt-Bewegung.

Im Anschluss an die Veranstaltung fand eine Soliparty für den Leerstandsmelder-Mainz statt.

Die Schnittstelle5 bedankt sich an dieser Stelle bei allen Referenten, Unterstützern, Freunden und Interessierten.

Wir freuen uns sehr, dass der Leerstandsmelder seine Arbeit aufgenommen hat. Aber jetzt geht es erst los! Die Plattform bietet die einfache Möglichkeit, leerstehende Räume und Brachflächen für das Mainzer Stadtgebiet und alle anderen auf leerstandsmelder.de eingetragenen Städte zu erfassen. Die Plattform ist offen strukturiert, einfach zu bedienen und vor allem: Sie braucht Eure Unterstützung! Helft mit Möglichkeitsräume zu finden! Beteiligt Euch, nehmt Teil und besucht den Leerstandsmelder Mainz!